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Verhütungsmethoden

Die Pille    

Wirkungsweise/Sicherheit:  Die Hauptwirkung der Pille besteht darin, dass sie den Eisprung verhindert. Deshalb kann es zu keiner Befruchtung kommen. Sie wird 21 oder 22 Tage lang täglich eingenommen (je nach Präparat), danach setzt die Monatsblutung ein. Bei richtiger Anwendung verhütet sie vom ersten Tag an nahezu hundertprozentig sicher.    

 

Vorteile: 
Sehr hohe Verhütungssicherheit. Bis zum vollendeten 20. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. (Ab 18 Jahren kann eine Zuzahlung von 5 Euro entstehen.)    

 

Nachteile:
 Die Pille ist nicht frei von möglichen Nebenwirkungen. Dazu zählen Übelkeit mit Erbrechen. Gewichtszunahme, sexuelle Lustlosigkeit usw. Zudem erhöht sich- besonders bei Raucherinnen – die Thrombosegefahr.  

Das Kondom    

Wirkungsweise/Sicherheit: 
Das Kondom verhindert, dass Spermien in die Scheide gelangen. Richtig abgerollt, sitzt es recht fest, muss jedoch nach dem Samenerguss beim Rausziehen des Penis aus der Scheide am Penisschaft festgehalten werden, Bei richtiger Anwendung sind Kondome ein sicheres Verhütungsmittel. Es empfiehlt sich, die passende Kondomgröße vorher auszuprobieren.    

 

Vorteile:
Abgesehen von sehr seltenen Latexallergien haben Kondome keine unerwünschten Nebenwirkungen. Sie verringern außerdem als einziges Verhütungsmittel das Risiko erheblich, sich beim Geschlechtsverkehr mit Geschlechtskrankheiten und einer HIV-Infektion anzustecken.    

 

Nachteile: 
Rechtzeitig ein Kondom über den steifen Penis zu rollen, unterbricht für einen Augenblick den sexuellen Moment. Nicht allen fällt es leicht, den Schutz durch das Kondom vom Partner ausdrücklich einzufordern.  

Die Kupferspirale    

Wirkungsweise/Sicherheit:
Die Kupferspirale löst in der Gebärmutter einen Dauerreiz aus, wodurch die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert wird. Außerdem hemmt das Kupfer der Spirale die Samenzellen in ihrer Beweglichkeit. Die Verhütungssicherheit ist sehr hoch.    

Vorteile:
Solange die Kupferspirale in der Gebärmutter liegt, braucht man sich nicht mehr um die Verhütung zu kümmern. Sie ist besonders geeignet für Frauen, die bereits Kinder geboren haben.    

Nachteile:
In seltenen Fällen kann es trotz Kupferspirale zu einer Schwangerschaft kommen, bei der dann die Gefahr einer Fehlgeburt erhöht ist.  

Die Hormonspirale    

Wirkungsweise/Sicherheit:
Die Hormonspirale wird von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt in die Gebärmutter eingelegt. Sie verhindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und macht es den Spermien schwer, zur Eizelle vorzudringen.    

 

Vorteile: 
Sehr hohe Verhütungssicherheit. Verringerung der Blutungsstärke bei Frauen mit starker Regelblutung.    

 

Nachteile: 
Nebenwirkungen, wie unregelmäßige Blutungen, ein mögliches Brustkrebsrisiko und Kopfschmerzen können auftreten.  

Das Hormonimplantat    

Wirkungsweise/Sicherheit:
Das Implantat hemmt den Eisprung und hindert die Spermien daran, in die Gebärmutter zu gelangen. Die Verhütungssicherheit ist sehr hoch.    

 

Vorteile:
Das Implantat wirkt bis zu drei Jahren lang, so dass man sich in dieser zeit nicht mehr um die Schwangerschaftsverhütung kümmern muss.    

 

Nachteile: 
Nebenwirkungen treten bei mehr als 10% der Anwenderinnen auf. Dazu zählen Übelkeit mit Erbrechen, Gewichtszunahme, sexuelle Lustlosigkeit, Zwischenblutungen, Spannungsgefühle in den Brüsten, Akne usw.  

Die Dreimonatsspritze    

Wirkungsweise/Sicherheit:
Das Gestagen hemmt den Eisprung und hindert die Spermien daran, in die Gebärmutter zu gelangen. Die Verhütungssicherheit ist sehr hoch.    

 

Vorteile:
Nach jeder Spritze ist man drei Monate lang sicher vor einer Schwangerschaft geschützt.     Nachteile:  Nicht wenige Frauen vertragen die Spritze wegen der großen Hormonmenge nicht Nach der Verabreichung kann die Wirkung für die folgenden drei Monate nicht mehr zurückgenommen werden.  

Der Vaginalring    

Wirkungsweise/Sicherheit: 
Die Wirkungsweise und Sicherheit des Vaginalrings entsprechen der klassischen Pille. Im Allgemeinen, ist der Ring leicht einzuführen und haftet der Scheidenwand an ohne unangenehm empfunden zu werden.    

 

Vorteile: 
Hohe Sicherheit, ohne täglich an die Verhütung denken zu müssen. Durchfall und Erbrechen können die Wirkung nicht beeinträchtigen.    

 

Nachteile: 
Nebenwirkungen wie bei jedem hormonellen Verhütungsmittel sind möglich. Außerdem kann die Wirksamkeit bei Frauen mit einem Gewicht von mehr als 90 kg beeinträchtigt sein. Das Risiko für venöse oder arterielle Thromboseembolien ist durch das Pflaster erhöht.  

Das Diaphragma    

Wirkungsweise/Sicherheit: 
Das Diaphragma muss von einer Ärztin, einem Arzt oder einer ausgebildeten Beraterin individuell angepasst werden. Kurz vor dem Geschlechtsverkehr führt die Frau das Diaphragma in die Scheide ein und setzt sie vor den Muttermund, so dass keine Spermien eindringen können. Bei richtiger Handhabung und der gleichzeitigen Anwendung spermienabtötender Gels ist das Diaphragma eine sichere Sache.    

 

Vorteile
Das Diaphragma ist im Allgemeinen frei von unerwünschten Nebenwirkungen.    

 

Nachteile:
Es erfordert einige Übung und Erfahrung, mit dem Diaphragma zu verhüten.  

Die natürlichen Methoden

Wirkungsweise/Sicherheit: 
Nach dem Eisprung erhöht sich die Basaltemperatur des Körpers, sodass mit ihrer Messung der Eisprung und die folgenden unfruchtbaren Tage ermittelt werden können. Gleiches gilt für die tägliche Untersuchung des Zervixschleims (Zervix = Gebärmutterhals), der sich kurz vor dem Eisprung verflüssigt. Beide Methoden setzen ein gutes Verhältnis zum eigenen Körper voraus. Werden an den fruchtbaren Tagen ergänzend Kondome benutzt, sind sie bei richtiger Anwendung eine relativ sichere Verhütungsmethode.    

 

Vorteile: 
Keine unerwünschten Nebenwirkungen. Die Körperwahrnehmung wir gefördert, der Umgang mit der eigenen Fruchtbarkeit ist oft sehr bewusst.    

 

Nachteile: 
Die natürlichen Methoden der Familienplanung erfordern Bereitschaft, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen und machen in dieser Zeit der fruchtbaren tage ein zusätzliches Verhütungsmittel (z.B. Kondome) oder Enthaltsamkeit notwendig.       

 

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Mitteln und Methoden, die allein angewandt keine ausreichende Sicherheit bieten. Dazu zählen Gels und Scheidenzäpfchen, die eine spermienabtötende Wirkung haben. Kleine spezielle Computer können helfen, den Termin des Eisprungs zu berechnen. Allerdings arbeiten die Geräte oft zu ungenau. Eine sehr sichere Verhütungsmethode ist die Sterilisation. Bei der Frau werden dabei in einem operativen Eingriff die Eileiter durchtrennt, abgeklemmt oder verödet, beim Mann werden die Samenleiter gekappt oder mit Clips verschlossen. Da es keine Garantie dafür gibt , die Sterilisation wieder rückgängig machen zu können, sollte dieser Schritt wohl überlegt sein.    

Rat und Tat    

Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen schwanger wird, hat die Möglichkeit, über ärztliche Beratung hinaus, Hilfe von einer Schwangerschaftsberatungsstelle in Anspruch zu nehmen. Dort kann sich jede Frau und jeder Mann unentgeltlich in Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung sowie in allen Fragen, die eine Schwangerschaft betreffen, informieren und beraten lassen. Der Anspruch auf Beratung umfasst auch Informationen über gesetzliche Leistungen und sonstige Hilfen für Familien und Kinder sowie Lösungsmöglichkeiten für psycho-soziale Konflikte im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft.    

 

Schwangerschaftsberatungsstellen werden von konfessionellen und nicht konfessionsgebundenen Wohlfahrtsverbänden und anderen freien Trägern sowie von kommunalen Gesundheitsämtern unterhalten. Auskünfte über örtliche Einrichtungen und Anschriften können über die örtlichen Telefonbücher oder vom örtlichen Sozialamt eingeholt werden.    

 

Soweit ein Abbruch der Schwangerschaft in Erwägung gezogen wird, ist die Inanspruchnahme einer speziellen Konfliktberatung in einer anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle sinnvoll. Die Teilnahme an dieser Beratung ist zudem eine der gesetzlichen Voraussetzungen für Straflosigkeit eines Schwangerschaftsabbruchs in den ersten zwölf Wochen nach der Empfängnis. Anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatung bieten, mit Ausnahme von Caritas und Sozialdienst Katholischer Frauen, die oben genannten Beratungsträger an. Die Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht. Über eine Beratungsstellensuche auf der Internetseite www.schwanger-info.de finden Sie leicht die für Sie passende Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

Dr. med. Anke Joachim
Dr. med. Birgit Roth

 

Paul-Lincke-Ufer 7d
10999 Berlin – Kreuzberg

 

Tel.: 030 / 611 40 55
Fax.: 030 / 610 766 42
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